Das Schweizerische Bechterew-Treffen führte die SVMB in diesem Jahr nach Bern. Die Bundesstadt bot dafür einen passenden Rahmen: zentral gelegen, gut erreichbar und reich an Geschichte. Empfang, Referat, Mitgliederversammlung sowie Apéro und Abendessen fanden im Hotel National in Bern statt, nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt. Bereits ab dem frühen Nachmittag trafen die Teilnehmenden ein und nutzten die Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzusehen oder neue Kontakte zu knüpfen. Es nahmen 130 Personen am zweitägigen Treffen teil.

130 Teilnehmenden.
SVMB-Präsidentin Prof. Dr. Karin Werner eröffnete den offiziellen Teil und begrüsste die angereisten Mitglieder, Angehörigen und Gäste. Ein besonderes Grusswort richtete Pierre Alain Schnegg, Regierungsrat und Vorsteher der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern, an die Versammlung. Er betonte, dass Morbus Bechterew – axSpA nicht nur den Körper betrifft, sondern auch Alltag, Arbeit, Familie, Freizeit und das Vertrauen in den eigenen Körper. Eine frühe Diagnose, verständliche Information und Angebote, die im Alltag ankommen, seien deshalb besonders wichtig. Er würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeit der SVMB: Sie leiste mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Hilfe zur Selbsthilfe und sei ein wertvoller Partner im Gesundheitssystem, weil sie die Perspektive der Betroffenen einbringe und aufzeige, wo Unterstützung gebraucht wird.

Integrationsdirektor des Kantons Bern, hiess die Betroffenen und ihre
Angehörigen in Bern willkommen.
High-Tech-Medizin, Teilhabe und Gesundheitspolitik
Die medizinische Fortbildung machte Dr. med. Godehard Scholz von der Universitätsklinik für Rheumatologie und Immunologie am Inselspital Bern mit seinem Referat «Dimensionen der axSpA 2026: Synergien schaffen zwischen High-Tech-Medizin, Patientinnenteilhabe und Gesundheitspolitik». Bereits der Titel machte deutlich, dass die Versorgung von Menschen mit Morbus Bechterew – axSpA heute auf mehreren Ebenen gedacht werden muss. Dr. med. Scholz zeigte auf, dass medizinischer Fortschritt nicht nur aus neuen Medikamenten oder technischen Möglichkeiten besteht. Entscheidend sei auch, wie gut Patientinnen und Patienten einbezogen werden, wie verständlich Informationen vermittelt werden und wie Versorgung im Alltag tatsächlich ankommt. Zu den wichtigen Entwicklungen gehören präzisere Diagnostik, frühe Entzündungskontrolle, digitales Monitoring und personalisierte Therapien. Gleichzeitig bleiben Krankheitsverständnis, Selbstmanagement und gemeinsame Therapieentscheidungen zentrale Bausteine der Behandlung. Damit schlug das Referat eine Brücke zu vielen Themen, die die SVMB seit Jahren beschäftigen.
Statuten genehmigt und Vorstand bestätigt
Im Anschluss an das Referat fand die 48. ordentliche Mitgliederversammlung der SVMB statt. Neben den üblichen Vereinsgeschäften standen in diesem Jahr auch die Genehmigung der Statuten und die Wahlen auf der Traktandenliste. Die Mitglieder nahmen das Protokoll der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 24. Mai 2025 in Zürich ab, genehmigten den Jahresbericht für das Vereinsjahr 2025 sowie die Jahresrechnung und erteilten dem Vorstand Entlastung. Im Berichtsjahr durfte die SVMB zahlreiche neue Mitglieder begrüssen. Auch die Nachfrage nach den Dienstleistungen nahm weiter zu. Auch finanziell konnte Quästor Patrick Kern Erfreuliches berichten. Trotz erneuten Verlusten bei den Therapien gelang es, das Jahr 2025 finanziell neutral abzuschliessen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass bei den Therapiekursen weiterhin ein strukturelles Defizit besteht und eine regelmässige Teilnahme wichtig bleibt. Die Statuten wurden einstimmig genehmigt. Bei den Wahlen kam es zu keinen personellen Veränderungen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Karin Werner, Präsidentin, Patrick Kern, Vizepräsident, Stéphane Bielser, Tobias Buser, Fabienne Hirt und Esther Tschopp wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

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Gemeinschaft als Fundament
Im Anschluss informierte Geschäftsleiter Simon Grosswiler über aktuelle Entwicklungen in der Geschäftsstelle. Die diesjährige Veranstaltung stand für ihn auch im Zeichen der Gemeinschaft. Sie sei das Fundament des Vereins und einer der Hauptgründe gewesen, weshalb er die Nachfolge von René Bräm als Geschäftsleiter angetreten habe. Simon Grosswiler dankte den Freiwilligen, den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, den Spenderinnen und Spendern, dem Team der Geschäftsstelle, dem Vorstand und den Mitgliedern. Auch aktuelle Projekte kamen zur Sprache: Die SVMB will Betroffene von den ersten Symptomen über die Diagnose bis zum Leben mit der Erkrankung begleiten. Dazu wurde erneut eine grosse Online-Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse ausgewertet und den Mitgliedern in einer Publikation zugänglich gemacht werden sollen. Zudem verwies Simon Grosswiler auf die Weiterentwicklung der Bewegungstherapie, das individuelle Bewegungscoaching und die neue App rheumaFIT.
Bewegungsprogramm und anschliessender Austausch am Sonntag
Nach dem offiziellen Teil stand das Rahmenprogramm im Zeichen der Bundesstadt. Die Teilnehmenden konnten zwischen drei Führungen wählen: Zytglogge, Berner Münster oder Unesco-Altstadtbummel. Die Führungen boten nicht nur kulturelle Einblicke, sondern auch Gelegenheit zu Gesprächen. Anschliessend kamen die Teilnehmenden wieder im Hotel National zusammen, wo zunächst ein Apéro und anschliessend das gemeinsame Abendessen stattfand. Am Sonntag ging das Treffen mit einem Bewegungsprogramm und einem gemeinsamen Brunch weiter. Dies bot Gelegenheit, sich auszutauschen. Das Schweizerische
Bechterew-Treffen in Bern zeigte einmal mehr, wie wichtig persönliche Begegnungen für die SVMB bleiben.
Das 49. Schweizerische Bechterew-Treffen findet am 29. Mai 2027 im Volkshaus Zürich statt.

Bechterew-Treffens in Bern wurde aufgezeichnet und kann unter
bechterew.ch/news/axspa-dimensionen nachgeschaut werden.
Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift «vertical» Nr. 109 erschienen.