Es kommt häufig vor, dass Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis fragen, ob eine diesbezügliche Abklärung der Kinder notwendig sei. Grundsätzlich ist bei Beschwerdefreiheit zu keinem Zeitpunkt eine Abklärung angezeigt. Auch die Bestimmung des HLA-B27-Antigens ist in einer solchen Situation nicht sinnvoll, da in unseren Breitengraden ca. 8% der Bevölkerung positiv für diesen Marker ist. Nicht in jedem Fall weist dieser also auf die Erkrankung hin.
Bei Rückenschmerzen oder anderen Beschwerden am Bewegungsapparat, welche nicht spontan bessern, sollte der Kinderarzt oder die Kinderärztin über die familiäre Belastung mit axialer Spondyloarthritis informiert werden. Je nach Beschwerdebild, Befunden in der klinischen Untersuchung sowie Ansprechen auf eine Ersttherapie wird er/sie weitere Abklärungen vornehmen und je nach Resultaten einen Kinderrheumatologen oder eine -rheumatologin beiziehen.
Im Anfangsstadium der Erkrankung ist unabhängig vom Alter bei typischer Schmerzlokalisation der Nachweis einer Entzündung im Kreuzdarmbeingelenk mittels Magnetresonanztomographie entscheidend für die Diagnose. Da mechanische Reize in den Belastungszonen dieser Gelenke eine Entzündung vortäuschen können, ist Erfahrung bei der Interpretation dieser Befunde wichtig.
Prof. Dr. med. Adrian Ciurea, Stv. Klinikdirektor, Klinik für Rheumatologie, Universitätsspital Zürich
Dieser Beitrag stammt aus der Rubrik «Ratgeber» der Zeitschrift «vertical». Werden auch Sie Mitglied und erhalten Sie weitere wertvolle Tipps für den Umgang mit Morbus Bechterew.