Morbus Bechterew (axiale Spondyloarthritis, axSpA) ist eine chronisch-entzündliche Systemerkrankung, die vor allem die Kreuz-Darmbein-Gelenke und die Wirbelsäule betrifft, aber auch periphere Gelenke und Sehnenansätze involvieren kann. Mit der Zeit kann es bei manchen Patienten zu Verknöcherungen (Ankylosierung) kommen, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken und die Lebensqualität beeinträchtigen können.
Allerdings verlaufen nicht alle Fälle schwer; viele Betroffene haben eine mildere Form ohne wesentliche Versteifung. Neben den typischen Symptomen wie nächtlichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen treten häufig Komorbiditäten auf, darunter entzündliche Darmerkrankungen, Augenentzündungen (Uveitis) und Osteoporose, die das Krankheitsbild und die Prognose beeinflussen können.
Eine konsequente antientzündliche Therapie kann die Krankheitsaktivität deutlich reduzieren, das Fortschreiten der Verknöcherungen verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Ergänzend sind regelmässige physiotherapeutische Massnahmen wie Dehn-, Kraft- und Atemübungen essenziell, um die Beweglichkeit zu erhalten und muskuläre Schwächen zu vermeiden.
Insgesamt ist die Prognose individuell unterschiedlich, aber mit moderner Therapie und Rehabilitation kann eine weitgehend stabile Lebensqualität auch im höheren Alter erreicht werden.
Dr. med. Chrisa Manolaraki, Fachärztin FMH für Rheumatologie, Rheuma-Basel
Dieser Beitrag stammt aus der Rubrik «Ratgeber» der Zeitschrift «vertical». Werden auch Sie Mitglied und erhalten Sie weitere wertvolle Tipps für den Umgang mit Morbus Bechterew.