In der rheumatologischen Sprechstunde wird in einem ersten Schritt aufgrund der körperlichen Untersuchung, des Labors (Entzündungswerte im Blut) und des Ausmasses der entzündlichen Veränderungen in der MRT (Magnetresonanztomografie) der Iliosakralgelenke und der Wirbelsäule abgeklärt, ob die Beschwerden mit einem erneuten Schub der Spondyloarthritis zusammenhängen oder eine andere Erklärung für die Schmerzen vorliegen könnte.
Sollte eine aktive Entzündung nachgewiesen werden, sollte von einem Wirkungsverlust der Behandlung mit dem TNF-Hemmer ausgegangen werden. Man geht von einer Antikörper-Bildung gegen den entsprechenden Wirkstoff aus, welche zum Wirkungsverlust führt. Diese Antikörper würden sich gegen alle Präparate mit diesem Wirkstoff richten (Originalpräparat und dessen Biosimilars), aber nicht gegen andere TNF-Hemmer.
Da TNF-Hemmer mit einer Ausnahme auch bei Morbus Crohn wirken, kommt in dieser Situation am ehesten ein Wechsel des TNF-Hemmers infrage. Interleukin-17-Hemmer haben bei axialer Spondyloarthritis einen ähnlichen Wirkungsgrad wie TNF-Hemmer. Einen Wechsel der Wirkstoffklasse von einer TNF-Blockade auf eine gegen Interleukin-17 gerichtete Behandlung würde man in der vorliegenden Situation eher nicht empfehlen, da unter Interleukin-17-Hemmern Schübe der entzündlichen Darmerkrankung auftreten können.
Prof. Dr. med. Adrian Ciurea, Stv. Klinikdirektor, Klinik für Rheumatologie, Universitätsspital Zürich
Dieser Beitrag stammt aus der Rubrik «Ratgeber» der Zeitschrift «vertical». Werden auch Sie Mitglied und erhalten Sie weitere wertvolle Tipps für den Umgang mit Morbus Bechterew.