Neue Forschungsergebnisse

Kann bei TNF-Alpha-Hemmern die Dosis reduziert werden?

Zweifellos haben die TNF-Alpha-Hemmer die Lebensqualität vieler Bechterew-Patienten eindeutig verbessert. Handkehrum werfen die hohen Kosten der Therapie und die nicht bekannten Langzeitfolgen die Frage auf, ob die Dosis reduziert, oder die Therapie mit der Zeit gar erfolgreich gestoppt werden kann.

Kann bei TNF-Alpha-Hemmern die Dosis reduziert werden?

IGNAZIO OLIVIERI ET AL.

Derzeit stehen für Bechterew-Patienten fünf verschiedene TNF-Alpha-Hemmer zur Verfügung (Infliximab, Etancercept, Adalimumab, Golimumab und Certolizumab). Bei vielen Betroffenen haben diese Medikamente zu einer erheblichen Schmerzreduktion und somit verbesserten Lebensqualität geführt.

Bei nicht wenigen Betroffenen konnte durch die Therapie mit Biologika gar erreicht werden, dass die Erkrankung nicht mehr aktiv ist. Man spricht dabei von Remission. Dieser Zustand sollte so lange wie möglich erhalten bleiben. Gleichwohl stellt sich wegen der hohen Kosten und der ungewissen Langzeitfolgen der Therapie die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, die Dosis herabzusetzen oder mit der Zeit die Medikamente ganz abzusetzen. Dies mit dem Ziel einer medikamentenfreien Remission.

Die italienischen Autoren dieser Arbeit hatten das Ziel, zusammenzutragen, was bis heute betreffend Reduktion oder Absetzung einer Anti-TNF-Therapie bei Bechterew-Patienten (röntgenologische und nicht-röntgenologische Spondylarthritis) publiziert wurde. Zudem wollten die Autoren daraus ihre Schlussfolgerung ableiten.

Ähnliche Studienergebnisse

Baraliakos et al. untersuchten 42 Patienten, die während drei Jahren mit TNF-Alpha-Hemmern (Infliximab) behandelt wurden. Nach drei Jahren setzten alle die Medikamente ab. Zwölf Wochen später flammten die entzündlichen Schmerzen bei 24% (10 Patienten) wieder auf. Nach 36 Wochen erlitten gar 90,5% (38 Patienten) einen Rückfall. Und nach einem Jahr gab es nur noch einen Betroffenen, der sich medikamentenfrei in Remission befand. Interessanterweise sprachen alle Patienten nach dem Rückfall auf eine erneute Anti-TNF-Therapie gut an.

Ähnliche Resultate zeigte eine Studie von Brand et al. 18 von 24 untersuchten Patienten erlebten bereits nach zwölfwöchiger Anti-TNF-Pause (Etanercept) einen Rückfall. Und auch hier zeigte das Therapie-Comeback eine entsprechend positive Wirkung.

Interessant sind die Ergebnisse von Navarro-Compán et al. In seiner Studie wurden 16 Patienten mit TNF-Alpha-Hemmer in einer niedrigen Dosis (25 mg Etanercept jede Woche und 50 mg alle zehn Tage) behandelt. Nach einem halben Jahr war bei keinem der Patienten eine höhere Dosis erforderlich.

Empfehlung: Dosis individuell anpassen

Die Autoren folgerten, dass sich der Abbruch einer Anti-TNF-Langzeitbehandlung von Bechterew-Patienten nicht lohnt, da dies nach einigen Wochen oder Monaten häufig einen Rückfall zur Folge hat. Vielversprechender ist eine massgeschneiderte, individuell angepasste Dosis für die Betroffenen.

Ignazio Olivieri, Salvatore d’Angelo, Angela Padula, Pietro Leccese, Angelo Nigro and Carlo Palazzi: «Can we reduce the dosage of biologics in spondyloarthritis?» Rheumatology Department of Lucania, San Carlo Hospital of Potenza and Madonna delle Grazie Hospital of Matera, Potenza and Matera, Italy.

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