Neue Forschungsergebnisse

Intensives Übungsprogramm beeinflusst Krankheitsaktivität

Hat ein intensives Trainingsprogramm bei Bechterew-Betroffenen einen Effekt auf die Krankheitsaktivität, die Alltagseinschränkung und ihr Herzkreislauf-System? Norwegische Forscher untersuchten 24 Patienten.

Intensives Übungsprogramm beeinflusst Krankheitsaktivität

SH SVEAAS ET AL.

Zur Behandlung des Bechterew hat die physikalische Therapie einen hohen Stellenwert. Traditionellerweise richtet sich das Hauptaugenmerk dabei auf Gymnastikübungen, um die Beweglichkeit zu verbessern. Ferner tragen Betroffene ein höheres Risiko, eine Herzkreislauf-Krankheit zu erleiden. Diese Gefahr kann aber durch ein Ausdauer- und Krafttraining erwiesenermassen erheblich gesenkt werden. Das Ziel dieser Studie war es daher, die Wirksamkeit eines intensiven Ausdauer- und Kraft-Übungsprogramms auf eben dieses Risiko hin zu untersuchen. Ebenso sollte der Effekt aufs Herzkreislauf-System eruiert werden.

In einer einfach randomisierten Blindstudie absolvierte die Trainingsgruppe ein zwölfwöchiges Kraft- und Ausdauertraining, während die Kontrollgruppe mit ihrer bisherigen Behandlung fortfuhr. Als Vergleichsgrössen wurden die Krankheitsaktivität beim Bechterew (BASDAI und ASDAS, die funktionelle Einschränkung im Alltag (BASFI) sowie die Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen, gemessen durch die arterielle Steifheit (ALX) und Pulsgeschwindigkeit (PWV), beigezogen. Ebenso wurde die Atemfitness (VO2) berücksichtigt.

Klare Verbesserung

24 Bechterew-Patienten beteiligten sich an dieser Studie, davon absolvierten deren zehn das Trainingsprogramm. Bei der Krankheitsaktivität gemessen in ASDAS sank der Durchschnittswert um 0,7 Punkte. Auf der BASDAI-Skala sank die Krankheitsaktivität gar um 2,0 Punkte (von insgesamt 10 Punkten). Die Alltagsfunktion verbesserte sich um 1,4 Punkte Auch bei der arteriellen Steifheit wurde eine deutliche Verbesserung um 5,3 Punkten registriert, bei der Pulsgeschwindigkeit waren es 0,3. Die Atemfitness schliesslich verbesserte sich bei der Trainingsgruppe um einen Wert von 3,7. Es traten keine beeinträchtigenden Nebenwirkungen auf.

Die Autoren bilanzieren, dass intensives Kraft- und Ausdauertraining bei Bechterew-Betroffenen sowohl die Krankheitsaktivität als auch das Risiko einer Herzkreislauf-Krankheit reduziert. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Resultaten der Bechterew-Bewegungsstudie, die von Prof. Karin Niedermann in Zusammenarbeit mit der SVMB durchgeführt wurde und 2011 mit einem Preis der Europäischen Rheumaliga (EULAR) ausgezeichnet wurde.

SH Sveaas, IJ Berg et al. «Efficacy of High Intensity Exercise on Disease Activity and Cardiovascular Risk in Active Axial Spondyloarthritis.»PLoS One.2014 Sep 30; 9 (9). Institute of Clinical Medicine, University of Oslo, Norway.

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