Frage des Monats

Oktober 2017

Welchen Einfluss kann der Morbus Bechterew auf das Sexleben der Betroffenen haben?

Die Ursachen für eine mögliche Beeinträchtigung der sexuellen Funktion beim Morbus Bechterew sind vielfältig. Neben den Schmerzen und Steifigkeit kommt der generellen Beeinträchtigung der physischen und psychischen Funktion und den Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie eine besondere Bedeutung zu.

Sexuelle Funktionsstörungen sind in der Regel durch Veränderungen im sexuellen Verlangen und der Erregbarkeit, im Ausbleiben des Orgasmus und der Entspannung erkennbar. Eine nicht selten schleichende Entwicklung der sexuellen Funktionsstörung wird oft spät und häufig nur vom Partner bemerkt.

Die wichtigste Massnahme zur Abklärung einer sexuellen Funktionsstörung ist das Gespräch. Bei sexuellen Funktionsstörungen gibt es selten eine einzelne Ursache, sondern meist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener medizinischer, psychosozialer und psychischer Ursachen. Eine Untersuchung kann Hinweise darauf geben, ob ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Schmerzen oder der Medikation und der sexuellen Dysfunktion besteht.

Für die Betroffenen ist es wichtig zu wissen, welche Stellungen beim Geschlechtsverkehr mit am wenigsten Schmerzen verbunden sind. Zudem wäre es sinnvoll, den Geschlechtsverkehr nicht als einzige sexuelle Handlung anzusehen, sondern auch andere sexuelle Verhaltensweisen wie z.B. Austausch von Zärtlichkeiten oder Streicheln, die auch bei Steifheit und Schmerzen möglich sind.

Zusammenfassend kann die Sexualität bei Bechterew-Betroffenen also ganz unterschiedlich erlebt werden, in dem Sinne, dass sie entweder ganz in den Hintergrund tritt oder dass sie angesichts der allfälligen Belastung wiederum Geborgenheit, Lebendigkeit und Hoffnung symbolisiert.