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«Überlebensguide» für die Feiertage

© Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew

Die amerikanische Bechterew-Vereinigung SAA hat einen «Überlebensguide» für die Feiertage von einer Psychologin für Bechterew-Betroffene publiziert.

Von Liz Maines*

Die Feiertage und der Morbus Bechterew – was für eine Mischung!  Das Leben mit dieser chronischen Krankheit zwingt uns ja häufig dazu, besonders gut auf unseren Energiehaushalt zu achten. Und das Getümmel während der Feiertage kann uns sowohl emotional als auch physisch noch zusätzlich herausfordern. Deshalb wollte ich ein paar Tipps geben, die ich gelernt habe, und die dir helfen können, die Weihnachtszeit zu «überleben» und vielleicht sogar zu geniessen.

Bevor du irgendwelche Pläne machst, betrachte deine aktuelle körperliche und emotionale Gesundheit. Oft stellen unsere Gehirne Schecks aus, die unser Körper nicht einlösen kann. Überlege, was du tun willst und ob es sinnvoll ist. Zum Beispiel kannst du dich entscheiden, NICHT zu reisen, um die Familie zu besuchen, weil es zu schwer für dich ist. Oft vergessen unsere Familie und Freunde, dass wir mit einer meist unsichtbaren, chronischen Krankheit leben; es liegt an dir, sie daran zu erinnern und dich so zu verlangsamen, dass du nicht krank wirst. Es kann schwierig sein, Grenzen zu setzen, aber übe, «nein» zu sagen. Habe keine Schuldgefühle und delegiere auch mal etwas. Dies sollte der neue (oder alte) Normalzustand sein. Mache das nächste Familienessen zu einem Buffet und erlaube den Leuten, bestimmte Gerichte mitzubringen, anstatt alles selbst zu kochen. Wenn das Einkaufen von Geschenken stressig ist, sende Karten an deine Lieben und sage, dass du für eine Wohltätigkeitsorganisation in ihrem Namen gespendet hast. Die Idee ist, die Dinge zu vereinfachen und sie für sich selbst einfacher zu machen.

Halte so weit wie möglich an deiner regulären Routine fest. Wenn du zu einem Fest eingeladen bist, versuche nicht zu spät nach Hause zu kommen und zu deiner normalen Schlafenszeit ins Bett zu gehen. Oder iss eine gesunde Mahlzeit, bevor du ausgehst, um nicht zu viel ungesundes Essen zu essen.

Ich will damit nicht sagen, dass man keinen Spass haben soll, sondern dass es eine gute Idee ist, sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu bleiben und Aktivitäten und Dinge bewusst und weise zu wählen. Trinke über die Feiertage nicht mehr Alkohol. Es trägt nur dazu bei, dass du dich sowohl körperlich als auch emotional schlecht fühlst. Wenn du bereits anfällig für Traurigkeit oder Einsamkeit während der Feiertage bist, wird Alkohol es noch schlimmer machen.  

Schliesslich feiert und geniesst nicht jeder die Feiertage gleich. Die Medien wollen uns glauben machen, dass wir alle feiern und glücklich sein sollten, obwohl in der Tat viele Menschen während der Feiertage emotional kämpfen. Wenn du auch zu diesen Menschen gehörst, kontaktiere Freunde, Familie, Mitarbeiter und/oder eine Selbsthilfegruppe. Isoliere dich nicht. Gehe aus dem Haus. Ja, wir kämpfen mit der Bewegung, den Schmerzen und der Müdigkeit, aber die Forschung hat gezeigt, dass das blosse Verlassen unserer gewohnten Umgebung hilfreich ist, um Traurigkeit zu reduzieren. Es kann schwierig sein, in Gang zu kommen, aber es ist wichtig. Hier sind einige Ideen: Rufe einen Freund an, um ins Kino zu gehen, melde dich freiwillig, um Tiere im Tierheim zu streicheln, nimm an einem Gemeinschaftskurs teil, singe in einem Chor!

Okay, nun werde ich das «B-Wort» verwenden, «Bewegung». Ich höre schon das Meckern... aber es ist so hilfreich für uns! Bewegung reduziert negative Symptome der psychischen Gesundheit und Stress im Leben. Es reduziert auch die Stresshormone, die zu Entzündungen beitragen. Also denk darüber nach, etwas zu tun, und fange klein an, wenn du möchtest. Parke ein wenig weiter von der Tür am Lebensmittelgeschäft, gehe durch das Einkaufszentrum, schwimme eine Runde in einem Pool, wenn du den Luxus hast, Zugang zu einem zu haben. Am wichtigsten ist, bewege deinen Körper!

Vergiss nicht, jeden Tag Dankbarkeit zu üben, da dies zum Abbau von emotionalem Stress beitragen kann. Denke an eine Sache, für die du jeden Morgen dankbar bist, bevor du aufstehst, und eine Sache, bevor du nachts schlafen gehst. Es kann einige Tage herausfordernd sein, aber im Laufe der Zeit wirst du feststellen, dass es hilft.

Geniesse schliesslich die Feiertage oder einfach nur die zusätzliche Freizeit. Gibt es eine besondere Aktivität, die du ausführen und in ein Ritual verwandeln kannst? Meine Familie hat ein Feiertagsritual, das ich liebe. Wir treffen uns und schauen uns unsere Lieblings-Weihnachtsfilme den ganzen Monat Dezember über an. Das Lachen zu hören, hält mich im Moment fest und manchmal vergesse ich sogar, dass ich eine chronische Krankheit habe.

Ich wünsche dir Gesundheit und Frieden zu dieser Jahreszeit und das ganze Jahr über.

*Dr. Liz Maines ist lizenzierte klinische Psychologin und praktiziert in Sana Fe, New Mexico, USA. Sie lebt mit einer ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew)

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