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Ausflug in die Schule der Vergangenheit

© Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew

Wie war es, vor fast 100 Jahren in die Schule zu gehen? Einige SVMB-Mitglieder wollten das herausfinden und liessen sich dabei kulinarisch verwöhnen.

Der Schnuggebock im Gastronomiebetrieb «Erlebnis Waldegg» in Teufen AR ist ein Traditionshaus mit viel Geschichte. Im Gebäude befindet sich unter anderem ein 4.-Klasse-Schulzimmer, der «Tintelompe». Eine ansehnliche Gruppe Bechterew-Betroffener und ihre Angehörigen wurden am 22. Juni beim «Schülern» ins Jahr 1930 zurückversetzt. Der strenge Lehrer Max Bönzli teilte jedem «Schüälergoof» einen neuen Vornamen zu. So hiessen sie plötzlich Ernstli oder Vroneli, Babette oder Benediktli. Selbstverständlich hatte Herr Bönzli auch eine Lieblingsschülerin, das war das Klärli, und der Klassendümmste war der Joggeli. Neben Rechnen und einem Diktat, natürlich mit Federhalter, Spitzfeder und Tinte aus dem Tintenfass und alles in «Schnüerlischrift» geschrieben, durften die Teilnehmenden in den zahlreichen Pausen ein feines Menü geniessen.

Wie sich das gehört, gab es auch eine Schulreise. Sie führte zu Fuss in den Munistall und die Bäckerei. Der Unterricht dauerte drei Stunden. Gegen Ende wurden die Schulhefte korrigiert und Noten verteilt. Der Joggeli wurde nach drei Wiederholungen in der 4. Klasse endlich befördert und die Lieblingsschülerin, das Klärli, durfte direkt in die 6. Klasse aufsteigen, weil sie so intelligent sei und der Lehrer Bönzli im kommenden Jahr die 6. Klasse unterrichtet!

Dieser Nachmittag war wirklich ein Erlebnis und einmalig. Es wurde viel gelacht und Herr Bönzli war ein ausserordentlich schlagfertiger und humorvoller Lehrer, der einige Dinge aufgefrischt und beigebracht hat. Ein Besuch im «Erlebnis Waldegg» ist sehr empfehlenswert. Ob es dann alle in den 4.-Klasse-Unterricht schaffen, bleibe dahingestellt.

Roland Brunner, SVMB-Vizepräsident