Zeitschrift «vertical»

«vertical» ist die Zeitschrift der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew. Sie erscheint vier Mal pro Jahr. Mit Berichten über die medizinische Forschung, Porträts von Bechterew-Betroffenen und Infos über die Vereinigung decken wir eine breite Themenpalette ab.

Autofahren mit Morbus Bechterew

Autofahren mit Morbus Bechterew

Die heutige Mobilität bietet noch nie da gewesene Möglichkeiten. Wir können Freunde und Familie in fernen Ländern besuchen oder mit dem Auto oder Zug an unseren Arbeitsplatz pendeln. Doch für Menschen mit Morbus Bechterew gibt es auch Einschränkungen, wenn es darum geht, das Auto oder den Zug zu nutzen. Im Strassenverkehr hat die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer oberste Priorität. Die gesetzlichen Bestimmungen in diesem Bereich haben sich in den letzten Jahren stark verändert, was auch Auswirkungen auf Bechterew-Betroffene haben kann. Zudem gibt es zahlreiche Tipps und Tricks, wie das Autofahren angenehmer und sicherer gestaltet werden kann. In dieser Ausgabe stellen wir die aktuellen Gesetze und Regeln vor, geben Tipps zu technischen Hilfsmitteln und zeigen anhand praktischer Beispiele auf, worauf Menschen mit Morbus Bechterew im Autoverkehr besonders achten sollten.

Welche Rolle spielen die Gene?

Welche Rolle spielen die Gene?

Die Ursachen des Morbus Bechterew konnten trotz intensiver Forschung noch nicht geklärt werden. Was hingegen gut erforscht ist, ist die genetische Vererbung des Morbus Bechterew. In vielen Familien kommt der Bechterew gehäuft vor, und es muss angenommen werden, dass dafür gewisse Erbfaktoren entscheidend sind. Rund 95 % aller Bechterew-Betroffenen haben das gut untersuchte Gen HLA-B27, das einer dieser Erbfaktoren zu sein scheint. Bei rund 8 % der gesunden Bevölkerung tritt dieses Gen ebenfalls auf, weshalb seine eigentliche Bedeutung noch unklar ist. Müssen Menschen mit Morbus Bechterew deshalb auf Kinder verzichten? Worauf müssen Frauen während der Schwangerschaft achten? Und wie hoch ist das Risiko, dass der Nachwuchs einmal die gleiche Krankheit bekommt?

Wärme und Kälte

Wärme und Kälte

Die gezielte Anwendung von Wärme und Kälte gehört zu den häufigsten Ansätzen im Umgang mit rheumatischen Erkrankungen. Dabei kommen verschiedene Methoden und Techniken zum Zug und deren Erfolg ist von Patient zu Patient verschieden. So sprechen einige Betroffene besser auf die trockene Hitze einer Sauna an, während anderen der Besuch in der Kältekammer bei minus 110 Grad Linderung bringt. Schon länger bekannt ist die positive Wirkung von Wassergymnastik, die auch speziell für Bechterew-Betroffene angeboten wird. Zudem kommen immer wieder neue Angebote auf den Markt, wie zum Beispiel das Bikram Yoga, eine Form von Yoga, die bei rund 38 Grad Raumtemperatur ausgeübt wird. Mit der bevorstehenden kalten Jahreszeit stellen wir verschiedene Methoden vor, die nicht nur Wärme, sondern letztlich vor allem eine Linderung der Bechterew-Beschwerden bringen
können.

Vorsicht bei den Augen

Vorsicht bei den Augen

Vielfach stellt man sich den Morbus Bechterew als Erkrankung der Wirbelsäule vor. Dies stimmt so nicht ganz. Viele Patienten leiden unter Zusatzerkrankungen, so genannten «extraartikulären Manifestationen» des Bechterew. Dies können Entzündungen und andere Symptome an verschiedensten Gelenken und Organen sein.

30 bis 50 % der Bechterew-Betroffenen erleiden in ihrem Krankheitsverlauf mindestens einmal eine Entzündung der Augen, eine so genannte Uveitis. Sie ist damit eine der häufigsten Begleiterkrankungen des Morbus Bechterew. Eine Uveitis ist schmerzhaft und schränkt die Betroffenen im Alltag zusätzlich ein.

Welche neuen Erkenntnisse und Tipps gibt es zum Thema Augenentzündung beim Morbus Bechterew? Und wie reagiert man im Ernstfall richtig, damit im wahrsten Sinne des Wortes nichts «ins Auge geht»?

Auf die Plätze, fertig, los!

Auf die Plätze, fertig, los!

Mit den wärmeren Temperaturen und den längeren Tagen lockt auch wieder die Bewegung an der frischen Luft. Entgegen dem Trend von Fitnesstudios und Applikationen für Übungen im Wohnzimmer wollen wir in dieser Ausgabe bewusst zum Training unter freiem Himmel anregen. Es gibt viele Sportarten, die geeignet sind für Bechterew-Patienten, und die besonders gut draussen betrieben werden können. Neben dem positiven Bewegungseffekt kommen einem dabei auch andere «Faktoren» der freien Natur zu Gute, die auch medizinisch von Nutzen sind.

Kampf dem Knochenschwund

Kampf dem Knochenschwund

Osteoporose ist eine meist altersbedingt Abnahme der Knochendichte, die durch den Abbau der Knochensubstanz und die Schwächung der Knochenstruktur verursacht wird. Sie zeigt sich zum Beispiel durch einen stärkere Krümmung des Rückens im Alter. Die häufigsten Folgen von Osteoporose sind Wirbelkörper-Frakturen, gefolgt von Schenkelhalsfrakturen. Osteoporose tritt auffallend häufig – und vor allem früher – zusammen mit Morbus Bechterew auf. Die Verknöcherung sowie die gleichzeitige Abnahme der Skelettstabilität stellt eine besondere Herausforderung bei der Diagnose und Therapie dar. Doch es werden immer bessere Diagnoseverfahren und effektivere Medikamente gegen Osteoporose entwickelt, die das Risiko von Wirbelkörper-Frakturen vermindern können.

Stress lass nach...

Stress lass nach...

Wenn die Tage wieder kürzer werden und das Thermometer gegen Null sinkt, müssen sich Menschen mit Morbus Bechterew noch mehr um das Gleichgewicht von Körper und Geist kümmern. Denn in der dunklen Jahreszeit ist es oft nicht möglich, den so wichtigen sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Wenn vor Weihnachten dann noch die Arbeitslast zunimmt, besteht die Gefahr von akutem Stress und depressiven Verstimmungen. Wie können Bechterew-Patienten mit den psychischen Herausforderungen ihrer Krankheit umgehen? Und was können sie tun, um Stress und die Gefahr von krankheitsbedingten Depressionen zu reduzieren?

Biosimilars

Biosimilars

In Kürze gelangen Nachahmerprodukte im Bereich der biologischen Medikamente auf den Markt. Die sogenannten Biosimilars können mit den bestehenden TNF-Alpha-Hemmern verglichen werden. Doch anders als Generika haben Biosimilars mit dem Originalprodukt «nur» Ähnlichkeiten und sind kein 100-prozentiges Nachahmerpräparat. Worauf ist bei den Biosimilars zu achten? Macht es Sinn, bei einer bestehenden Anti-TNF-Therapie zu einem Biosimilar zu wechseln?

Bechterew und Sport

Bechterew und Sport

Sportliche Aktivität ist gesund, beugt Krankheiten vor und hellt die Psyche auf. Bechterew-Betroffene wissen, wie enorm wichtig für sie regelmässige Bewegung ist. Schon eine mittlere Aktivität von 30 Minuten an 5 von 7 Tagen bringt einen Nutzen. Doch um die Fitness zu steigern, empfiehlt sich ein regelmässiges, intensiveres Training. «Vor allem sollten Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer trainiert werden », präzisiert Prof. Karin Niedermann.

Von der Männer- zur Frauenkrankheit?

Von der Männer- zur Frauenkrankheit?

Beim Begriff Morbus Bechterew sehen wohl heute noch viele einen versteiften Mann in gebückter Haltung vor sich. Unbestritten sind Männer mit Bechterew von der Verknöcherung stärker betroffen als Frauen. Dennoch leiden sie an der Erkrankung so fest wie die Männer, wenn nicht gar noch mehr. «Betroffene Frauen sind zwar im Schnitt beweglicher als männliche Bechterew-Patienten.
Sie haben jedoch eine höhere Krankheitsaktivität und daher mehr Schmerzen. Auch klagen sie mehr über
die Morgensteifigkeit, Druckempfindlichkeit oder auch
Müdigkeit», betont die Basler Rheumatologin Dr. med. Pascale Exer.

Einfluss des Wetters

Einfluss des Wetters

Was ist an der Wetterfühligkeit bei Bechterew-Patienten dran? Tatsache ist, dass über zwei Drittel aller Betroffenen einen Einfluss des Wetters auf ihre Erkrankung spüren. Vor allem nasskaltes Wetter scheint häufig mit einer Zunahme der Beschwerden einherzugehen. Allerdings gibt es unter den Betroffenen kein einheitlich bevorzugtes Wetter. Ein Zusammenhang zwischen Wetterumsturz und den entzündlichen Schmerzen ist ausserdem wissenschaftlich noch zu wenig erforscht, bemerkt KD Dr. med. Giorgio Tamborrini, Chefarzt bei Bethesda Spital AG Basel.

25 Jahre ASIF: Über 85‘000 Mitglieder

25 Jahre ASIF: Über 85‘000 Mitglieder

Die Ankylosing Spondylitis International Federation (ASIF) feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag. Der internationalen Bechterew-Organisation gehören heute 32 Mitgliedsstaaten mit insgesamt mehr als 85‘000 Mitglieder an, darunter auch die Schweiz. Die ASIF hat u.a. zum Ziel, die internationale Bechterew-Forschung zu fördern.

Kampagne zur Früherkennung

Kampagne zur Früherkennung

Ein einmaliges Erlebnis für 200 Menschen mit und ohne Bechterew: Mit der professionellen Zusammenarbeit der Filmgerberei GmbH wirkten sie an der Produktion der beiden Bechterew-Werbespots «Hochzeit» und «Verkehrschaos » mit. Der bekannte Schauspieler und Komiker Beat Schlatter animierte die zahlreichen Statisten dazu, Bewegungsübungen
zu machen und so gegen die Steifheit anzukämpfen.
Nun werden die Spots öffentlich ausgestrahlt.

Die Prognose bei Bechterew

Die Prognose bei Bechterew

Zu Recht möchten viele Patienten bei der Bechterew-Diagnose wissen, wie ihre langfristige Prognose aussieht. Handelt es sich um einen milden, mittleren oder gar schweren Verlauf? Dr. Bettina Weiss hält klar fest, dass es für die Einschätzung des Krankheitsverlaufes eines Bechterew bei Diagnosestellung der Erkrankung verschiedene Anhaltspunkte gibt. Wichtig ist jedoch vor allem, mit gezielten Massnahmen den Verlauf möglichst günstig zu beeinflussen.

Sturzrisiko

Sturzrisiko

Die häufig erhöhte Knochenbrüchigkeit und Versteifung der Wirbelsäule beim Bechterew haben zur Folge, dass sich Betroffene bei einem Sturz rascher verletzen können, als andere. Dr. Florian Brunner von der Uniklinik Balgrist in Zürich rät daher, sich mit möglichen Stolperfallen auseinander zu setzen und diese zu vermeiden.

Medikamente und Nachkommen

Medikamente und Nachkommen

Bechterew-betroffene Frauen sollten zu Beginn einer Schwangerschaft möglichst wenig Schmerzen haben, damit die Medikamente abgesetzt werden können. Dies empfiehlt Dr. med. Frauke Förger, Leiterin des Zentrums für Mütterberatung und Familienplanung bei Rheumatischen Krankheiten (RiA) am Berner Inselspital. Bei zu starken entzündlichen Schmerzen erhalten schwangere Frauen Medikamente, auch TNF-Alpha-Hemmer.

Übergewicht vermeiden

Übergewicht vermeiden

Ein hoher Body-Mass-Index (BMI)* wirkt sich negativ auf den Verlauf des Bechterew aus. Dies hat eine irische Studie gezeigt. Zu viel Körpergewicht verstärkt Symptome wie die Krankheitsaktivität oder auch die Einschränkung im Alltag. Zudem ist der Nutzen bei der Bewegungstherapie geringer als bei Normalgewichtigen.

Bechterew-Symposium

Bechterew-Symposium

Das 6. Bechterew-Symposium in Zürich war ein grossartiger Erfolg in jeder Hinsicht. 550 Interessierte nahmen teil. Sie besuchten die spannenden Fachvorträge, machten beim Gymnastikprogramm mit und fanden auch Zeit für den sozialen Austausch. Der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger zeigte sich überwältigt von der Bechterew-Vereinigung.

Operationen

Operationen

Operation, ja oder nein? Diese Frage stellen sich etliche Bechterew-Betroffene, wenn sich beispielsweise für längere Zeit Beschwerden in den Hüften breit machen. Zum Thema wird eine Operation auch bei einer zusehends gebeugten Haltung, einer Kyphose im Rücken. Die Aufrichtoperation weckt neue Hoffnungen, schürt aber auch Ängste. Wie verläuft die Operation? Geht es mir nachher wirklich besser? Solche Fragen stellte sich auch Urs Lehmann. Vor einem Jahr entschied er sich schliesslich für die Aufrichtoperation.

Gesund und gut essen

Gesund und gut essen

Hat die Ernährung einen Einfluss auf die Krankheitsaktivität des Bechterew? Für Prof. Dr. Olaf Adam und Dr. med. Gudrun Lind Albrecht ist dies unbestritten. Die beiden Mediziner haben ein brandneues Buch zu diesem Thema publiziert. Sie befürworten eine Ernährung mit wenig tierischen Fetten, in welchem der Fisch das Fleisch vom Ernährungsthron stürzt.

Medizinische Trainingstherapie

Medizinische Trainingstherapie

Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) bringt für die Übenden einen mehrfachen Gewinn. Grundsätzlich ist die MTT für alle Bechterew-Betroffenen geeignet. Wichtig ist auch das Fördern sämtlicher Konditionsfaktoren beim Training.

Tabak und Morbus Bechterew

Tabak und Morbus Bechterew

Dass Rauchen die Lungen schädigt und sich auf den Blutdruck negativ auswirkt, ist weitherum bekannt. Viel weniger geläufig war jedoch die Erkenntnis, dass der Tabakkonsum vor allem im Frühstadium die Bechterew-Symptome wie entzündliche Schmerzen oder die knöcherne Veränderungen verstärkt. Dies hat eine neue Studie mit Daten aus französischen Kliniken.

Selbstmanagement beim Bechterew

Selbstmanagement beim Bechterew

Ob mit oder ohne chronische Krankheit: Mit einem vernünftigen Selbstmanagement kann der Alltag besser gemeistert werden. Ziel des Selbstmanagement ist es, durch eine gute Selbsteinschätzung mit den vorhandenen körperlichen Ressourcen haushälterisch umzugehen. Auf dem Weg zu diesem Ziel gibt es Fallen, deren man sich bewusst sein sollte.

Ausdauertraining bringt Vorteile

Ausdauertraining bringt Vorteile

Die Bechterew-Bewegungsstudie der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew (SVMB) und des Universitätsspitals Zürich steht in der Endphase und die wichtigsten Resultate liegen vor: Ein Herzkreislauftraining verbessert die Fitness bei Bechterew- Betroffenen erheblich und sie können trotz der Krankheit Ausdauer trainieren. Zudem könnte sich ein solches Training positiv auf die Schmerzen und die Müdigkeit auswirken.

Zeitschrift «vertical»

Zeitschrift «vertical»

«vertical», die Zeitschrift der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew erscheint viermal im Jahr.