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Die Ursache des Morbus Bechterew ist trotz intensiver Forschung bis heute unbekannt. Es gibt keine zur Heilung führende Therapie.

Die moderne Bechterew-Therapie kombiniert mehrere Methoden:

  • Die medikamentöse Behandlung richtet sich gegen die Entzündung und gegen die Schmerzen.
  • Die aktive Bewegungstherapie (Bechterew-Gymnastik und angepasste sportliche Aktivität) stellt die wichtigste Behandlungsmassnahme beim Morbus Bechterew dar und dient der Erhaltung der Beweglichkeit der Wirbelsäule, der Stärkung der Muskulatur und der Korrektur von Fehlhaltungen.
  • Die passive physikalische Therapie (Bestrahlung, Elektrotherapie, Wickel, Massage usw.) hilft, die Entzündung zu hemmen und die Muskulatur zu lockern.
  • Alternative Behandlungsmethoden
    Die Komplementärmedizin, welche zusätzliche Therapieansätze zur Verfügung stellt, kann in manchen Fällen hilfreich sein. Methoden, die beim Morbus Bechterew in einzelnen Fällen Erleichterung bringen sind

    • die Homöopathie
    • die Neuraltherapie
    • die Traditionelle Chinesische Medizin
    • die Behandlung mit Pflanzenpräparaten
    • Auch eine gezielte Ernährung kann die klassische Bechterew-Therapie sinnvoll ergänzen.
    • Das Autogene Training wird eingesetzt, um den Umgang mit der Krankheit besser beherrschen zu können.

Schweinegrippe-Empfehlungen für Betroffene von Morbus Bechterew

Fragen

Worauf müssen Menschen mit Morbus Bechterew im Zusammenhang mit der Schweinegrippe besonders achten?

Gibt es, bei der Verwendung von TNF-alpha-Hemmern bestimmte Vorkehrungen auf Grund der drohenden Schweingrippe zu treffen?

Müssen Bechterewler, die Biologica nehmen, besonders vorsichtig sein?

 

Antworten

Wichtig ist zu unterscheiden, ob Betroffene unter Medikamenten stehen, welche das Immunsystem beeinflussen, wie beispielsweise TNF-alpha-Hemmer, oder ob sie aus anderen Gründen ein vermindertes Abwehrsystem haben (= immunsupprimiert).

Bei fehlender Einschränkung des Abwehrsystems gelten die allgemeinen Verhaltensregeln wie

  • regelmässiges und gründliches Waschen der Hände mit Wasser und Seife

  • beim Husten oder Niesen Papiertaschentuch vor Mund und Nase halten

  • Entsorgen des Papiertaschentuchs nach Gebrauch in einem Abfalleimer und danach erneutes Händewaschen

  • Kontakte zu Betroffenen mit Schweinegrippevirus vermeiden.

Bei eingeschränktem Abwehrsystem ist zusätzlich Folgendes empfohlen:

  • Wenn Grippesymptome mit plötzlichem Beginn, hohem Fieber, Symptomen der Atemwege (Husten oder Schnupfen), Krankheitsgefühl und Gliederschmerzen auftreten, sollen sich die Betroffenen an ihre Rheumatologen oder Hausärzte wenden. Dann muss ein Rachenabstrich durchgeführt und das Schweinegrippevirus gesucht werden.

  • Sind die Beschwerden weniger als 48 Stunden vorhanden, ist die Behandlung mit Tamiflu empfohlen. Eine Schweinegrippevirusimpfung - wenn sie dann erhältlich ist - ist sinnvoll, wie dies auch für die «normale» Grippeimpfung (= InfluenzaVirus) gilt.

Wichtig ist, dass die oben beschrieben Grippesymptome wirklich vorhanden sind. Halsweh alleine genügt nicht. Das präventive Rezeptieren von Tamiflu ist nicht sinnvoll.


Dr. med Pascale Exer
Beratende Ärztin der SVMB
FMH Rheumatologie & Innere Medizin
Rheumatologische Praxisgemeinschaft Basel