Frage des Monats

April 2017

Ich beobachte seit Längerem, dass ich seelisch total «down» bin, wenn sich ein Schub anbahnt. Meine Liebsten sagen mir dann, dass ich «unausstehlich» sei. Erst nachdem ich den TNF-Alpha-Hemmer gespritzt habe, merke ich, dass ich eigentlich Schmerzen in den Gelenken hatte. Wissen Sie etwas gegen solche seelische «Downs» vor einem Schub?

Der Zusammenhang zwischen dem Morbus Bechterew bzw. den Schüben und einem erhöhten Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist grundsätzlich bekannt. Das hat einerseits mit den Schmerzen und mit den Einschränkungen zu tun, andererseits macht man sich vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, wenn man von den Liebsten als «unausstehlich» bezeichnet wird. Bei Ihnen scheinen sich die negativen Gefühle schon einzustellen, wenn ein Schub bevorstehen könnte.

Um die Situation zu verbessern und sich und Ihr Umfeld zu entlasten, sind zwei Dinge wichtig. Einerseits sollten Sie darauf achten, die Krankheit so gut wie möglich zu kontrollieren. Das machen Sie mit dem TNF-Hemmer bereits. Um mit der Belastungssituation durch die Krankheit noch besser umzugehen, wäre es allenfalls auch sinnvoll, auch einmal mit einer Fachperson aus dem psychologischen/psychiatrischen Bereich zu sprechen. Das muss ja nicht automatisch heissen, dass man krank ist. Aber es gibt eben Situationen im Leben (der Bechterew gehört leider dazu), in denen es hilfreich sein kann, über das Erlebte und Gefühlte mit jemandem zu sprechen. Und diese Person erkennt dann Zusammenhänge und Muster, die man selber vielleicht nicht mehr sieht. So kann die Lebensqualität auch schon durch kleine Massnahmen deutlich verbessert werden. Oftmals bestehen Hemmungen, sich bei einer Psychologin oder einem Psychiater zu melden. Aber denken Sie daran: Das sind auch nur Menschen, die einem in belastenden Situationen sehr viel weiterhelfen können. Zögern Sie also nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.